491cm Rheinhalle 06:31 20:33

Wanderfahrt 4

Donaufahrt 13. – 16. August 2026

Titel

Zum Abschluss seiner grandiosen Karriere (46 Jahre!!!) als Wanderfahrten-Organisator möchte Christian Griss die Donau-Fahrt bis Bratislava, welche er bereits in den Jahren 2006 – 2011 durchgeführt hatte, noch einmal anbieten. 

Die erste Etappe nehmen wir – 33 Ruder/innen in sechs gesteuerten Vierern und einem Dreier - also 2026 in Angriff. Geplant war, dass wir in vier Tagen von Ingolstadt (Km 2455) nach Deggendorf (Km 2285) insgesamt 170 km rudern sollten. Aufgrund des ausserordentlich tiefen Wasserstands und der ebenso ausserordentlich hohen Temperaturen verkürzte die «Rennleitung» auf 117 km und wir ruderten von der Schleuse Vohburg bis nach Straubing. 

Aber nun eins nach dem andern:

Tag 1 (25 km): 

Wir besammeln uns um 7 Uhr an der Gartenstrasse und freuen uns, dass uns Jörg Gysin aus Wittschbrg (= Wittinsburg BL) wieder chauffiert. Gegen 14 Uhr treffen wir bei unserem Ausgangspunkt bei der Schleuse in Vohburg ein und werden bereits von der Bootswagen-Crew Andreas Schneider, Christoph Socin sowie Nicole Wirz erwartet. 

Obschon es über 30 Grad heiss ist, ist die Strecke bis zum Kloster Weltenburg oberhalb des Donaudurchbruchs dank eines angenehmen Lüftchens gut zu machen. Gegen Abend wassern wir am Kiesstrand aus, und geniessen selbstredend erstmal ausgiebig die Produkte der «ältesten Klosterbrauerei der Welt», bevor wir unsere Zimmer beziehen. 

Jene, die sich sodann vorstellten, dass sie in der Klosterschenke ein mehrgängiges Schlemmermahl vorgesetzt erhalten, werden bitzeli enttäuscht: Das Znacht besteht aus genau einem Gang, nämlich Kartoffelsalat sowie Fleischkäse – schlicht, schnörkellos und sehr gut. 

Tag 2 (45 km):

Nach dem Frühstück und einer Kurzführung von Michael durch die Klosterkirche bringen wir unser Gepäck zum Bus (2x700 m zu Fuss!), suchen uns den schönsten Kiesel als Glücksbringer aus und rudern sodann durch den imposanten Donaudurchbruch: Hier hat sich die Donau in der Eiszeit ihren Weg durch den Kalkstein erkämpft – zwischen Weltenburg und Kehlheim auf einer Strecke von etwa 5.5 km und begrenzt von 80 m hohen Felswänden. Da derzeit aufgrund des niedrigen Pegelstands keine Ausflugsschiffe verkehren dürfen, haben wir die Gelegenheit, diese Enge ausgiebig und entspannt zu bewundern.

Und damit nicht genug – bald erscheint die pompöse Befreiungshalle backbord auf der Höhe kurz vor Kehlheim: Sie wurde ab 1842 im Auftrag des bayerischen Königs Ludwig I. errichtet und soll an die siegreichen Schlachten gegen Frankreich bzw. Napoleon in den Jahren 1813–1815 erinnern.

Nach der Kühle im schattigen Tal trifft uns die Hitze umso mehr, und die Strecke von Kehlheim via Staustufe Abbach (dort treideln wir die Boote einzeln) bis zur Mittagspause beim Regensburger Ruderverein zieht sich in die Länge – manche der Teilnehmenden der letztjährigen Ruderfahrt in Regensburg erinnern sich wehmütig an den schönen Biergarten in Matting, den wir diesmal links liegen lassen müssen.

Anschliessend folgt die abenteuerliche Kleinboot-Schleusung (es passen knapp drei Boote rein und man kommt sich näher….) und sodann die Stadtdurchfahrt durch Regensburg – wunderschön. Ausserhalb von Regensburg wassern wir an einem Badestrand aus, und werden von Jörg und unserem vertrauten Bus nach Regensburg gefahren, wo wir unser Hotel für die nächsten beiden Nächte beziehen.

Der Abend ist zur freien Verfügung und die meisten gehen nach einem wohlverdienten Abendessen wohl zeitig schlafen. 

Tag 3 (34.5 km) :

Christian stellt uns in Aussicht, dass wir wegen unseres gemeinsamen Abendprogramms beizeiten im Hotel eintreffen werden. Wohlan denn!

Wir starten gegen 8:30 Uhr. Kurz nach dem Einwassern erscheint bei Donaustauf auf der Höhe unübersehbar die mächtige «Walhalla»: Dabei handelt es sich um eine Ruhmeshalle für bedeutende Personen «teutscher Zunge», welche zwischen 1830 und 1842 im Stile des Parthenon auf der Akropolis wiederum auf Veranlassung des bayerischen Königs Ludwigs I. erbaut wurde. 

Unverhoffte Salutschüsse erinnern daran, dass heute Maria Himmelfahrt ist. Ansonsten ist die Flussstrecke entspannend und wunderschön – wir geniessen den weiten Himmel, die Flussauen, die zumeist rücksichtsvollen Motorbootlenker/innen und erreichen bald schon die Grossschleuse Geisling, wo wir alle komfortabel Platz finden. Die Mittagspause verbringen wir unter Bäumen am lauschigen Ufer, und erreichen unser Ziel Pondorf sodann gegen 15 Uhr.

So reicht die Zeit im Hotel gut zum Duschen vor den Stadtführungen: Eugen, der Einheimische, und Michael mit seinen unerschöpflichen historischen Kenntnissen führen je eine Gruppe zu ihren persönlichen Highlights der Regensburger Altstadt. So spannend und toll – herzlichen Dank euch beiden!

Anschliessend treffen wir uns alle zum gemeinsamen Nachtessen im Spitalgarten und wundern uns einmal mehr, welche Geschicklichkeit und Kraft ein Service-Job im Biergarten doch erfordert.

Tag 4 (12.5 km):

Nicht Deggendorf, wie ursprünglich geplant, sondern Straubing heisst unser Ziel, wo unsere diesjährige Donaufahrt enden soll. Rasch und routiniert werden alle Boote eingewassert, und die idyllische Strecke von Pondorf bis zur Gross-Schleuse Straubing geniessen wir nochmals so richtig! 

Kurz nach der Schleuse wassern wir beim Straubinger Ruderclub aus. Dort verabschieden wir uns von unserer «Barkasse», welche – inclusive BRC-Sculls - von Ruderkollegen aus Bratislava übernommen wird. 

Rasch sind die übrigen sechs Boote abgeriggert, aufgeladen und das Material versorgt, und der ganze Tross setzt sich wieder in Bewegung Richtung Heimat.

Schön war’s, danke herzlich an Christian und allen, die zum Gelingen beigetragen haben – und ich freue mich trotz Schmerzen an gewissen Körperteilen bereits auf die nächste Etappe!

Lucienne

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