
Schon am Mittwochabend, als wir nach dem wegen Gewittergefahr abgekürzten Allgemeinrudern die Boote für die Wanderfahrt vorbereiteten und alles auf den Anhänger verluden, hat sich die erste Vorfreude auf die Wanderfahrt zum Vierwaldstättersee eingestellt. Die letzten beiden Boote wurden dann noch am Donnerstag in Kaiseraugst eingeladen, so dass dann alles für die grosse Fahrt am Wochenende vorbereitet war.
Am Samstagmorgen war dann ganz frühes Aufstehen angesagt. Das hat bei mir wegen eines störrischen Weckers fast nicht geklappt, aber irgendwie bin ich dann doch noch wach geworden und habe es geschafft, um kurz nach halb sechs zum Bahnhof SBB zu kommen. Bis der Zug um kurz nach sechs abfuhr, haben sich dann auch fast alle Wanderfahrer im eigens für den BRC reservierten Waggon eingefunden und eine Stunde später sind wir mit sehr guter Laune in Luzern angekommen. Nach kurzem Fussmarsch ist dann die gesamte Gruppe beim Seeclub Luzern eingetrudelt, wo wir dann auch mit den individuell Anreisenden und unseren Gästen vom Ruderclub Wohlensee zusammentrafen. Dort hat uns auch schon Christian mit dem Bootsanhänger erwartet, der die Fahrt wunderbar organisiert hat und ausserdem den ganzen Bootstransport auf sich genommen hat.
Unter fleissiger Mithilfe von allen waren dann die Boote auch schnell aufgeriggert, auch weil wir durch eine Spende von Gregor Berger noch mit Gipfeli verpflegt wurden. Nach der Verkündung der Manschaftseinteilung wurde jeder Gruppe ein Boot zugelost. Mein Team erhielt die Barkasse, die sich als zuverlässiges Boot erwies, auch wenn der See mal nicht spiegelglatt war (dazu später mehr).
Dann ging es auch schon los, um kurz nach acht legten wir vom Steg des Seeclub Luzern ab unter idealen Bedingungen. Glattes Wasser, strahlender Sonnenschein und noch nicht allzu hohe Temperaturen, dazu eine wunderschöne Umgebung. Besser konnte es nicht sein. So sind dann alle sechs Boote nach und nach voll besetzt losgefahren, nur die Rosso Blu fuhr mit einem unbesetzten Sitz los. Hier sollte später Christian unterwegs zusteigen, nachdem er noch den Bus und den Anhänger zum Zielort Brunnen überführt hat. Für uns ging es in etwas Abstand an Luzern vorbei zur anderen Seeseite Richtung Lido und dann über Meggenhorn in die Küsnachterbucht, wo wir die zurückhaltende Architektur "bewundern" konnten. Auf halbem Weg nach Küsnacht wurde dann bei Merlischachen wieder die Seeseite gewechselt und dann ging es in Gegenrichtung weiter an Weggis vorbei nach Vitznau, wo wir uns einen Rastplatz für die Mittagspause suchen wollten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten (ein wirklich verlockender "Ankerplatz" stellte sich als Privatbesitz heraus) fanden wir dann auch am ehemaligen Strandbad von Vitznau ein schönes Plätzchen mit allem Komfort. Dort hatte sich auch schon ein anderes BRC Boot für die Pause angelandet, so dass der Nassaustieg mit ihrer Hilfe auch problemlos war. Nach der Mittagspause im Schatten machten wir uns dann zum Etappenziel Brunnen auf, was nur noch ungefähr zehn Kilometer waren. Dort sind wir dann um halb drei zusammen mit zwei anderen Booten der BRC-Flotte angekommen. Nach der kurzen Suche nach dem richtigen Strandbad (das sollte sich am nächsten Tag noch mal wiederholen), konnten wir dann unsere Boote an Land bringen. Danach bildeten sich kleinere Gruppen, die ihre wohlverdiente Belohnung für die schweisstreibende aber wunderschöne Tagesetappe abholten: Ein Bad im See, ein Glace oder ein kühles Bier. Oder eine Kombination aus allem... Danach ging´s ins Hotel in Brunnen.Dort wurde dann nach einer Erholungspause abends von Florence und Hermann ein Apéro spendiert. Nach dem Abendessen stürzte sich die eine oder andere Gruppe noch ins Nachtleben von Brunnen.
Die Nacht war aber kurz, denn das Frühstück war am nächsten morgen schon um halb sieben angesetzt, damit wir möglichst früh die Runde um den Urnersee starten können, damit wir den gefürchteten lokalen Winden entgehen, die das Rudern auf dem Urnersee nach 11 Uhr unmöglich machen sollen. Die Gruppe ist dann auch um 8 Uhr bei perfekten Bedingungen aufs Wasser gegangen. Bei spiegelglattem See sind wir wie geschmiert bis nach Flüelen gerudert, wo dann wieder die Suche nach dem richtigen Strandbad für die Frühstückspause losging, wo wir uns zu Kaffee und Gipfeli verabredet hatten. Leider haben sich dann nur zwei Boote im Strandbad eingefunden, der Rest der Flotte fand aber auch einen sehr schönen Rastplatz im Reussdelta von Flüelen. Nach kurzer Pause ging es dann um 10 Uhr weiter. Wir hatten also noch eine Stunde um nach Brunnen zurückzukommen, bevor der Wind uns einen Strich durch die Rechnung macht. Auf halbem Weg hat sich dann der Urnersee plötzlich in eine stürmische See verwandelt - die Winde haben sich nicht an die vereinbarte Uhrzeit gehalten und sind schon eine halbe Stunden zu früh gekommen. So mussten wir für ein paar Kilometer gegen den Wind und vor allem die Wellen ankämpfen, was aber allen Booten mit Bravour gelungen ist. Nach ein paar Kilometern war der Spuk genau so schnell wieder vorbei und wir sind alle wieder sicher im Strandbad Brunnen angekommen. Dort gab es nach dem Abriggern und Aufladen noch ein erfrischendes Bad im See und dann mussten wir uns auch schon vom schönen Vierwaldstättersee verabschieden und fuhren glücklich und erschöpft zurück nach Basel.
Vielen, vielen Dank an Christian, dass du uns diese wunderschöne Wanderfahrt ermöglicht hast, es war ein ganz tolles Erlebnis!
Ulf
05:31
21:32



