Hallo Daniel, Du bist in einer sehr ungewöhnlichen Zeit Head Coach beim BRC geworden und schon dieses Interview ist außergewöhnlich, da wir es nicht vis a vis durchführen konnten, da bedingt durch Corona ein Grenzübertritt zum Sport für mich aktuell nicht erlaubt ist

Würdest Du Dich kurz vorstellen?

Mein Name ist Daniel Blaser, ich bin verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder. Ich wohne in Birsfelden. Gelernt habe ich Zimmermann, bildete mich dann als Holzbaupolier weiter und machte das Technikum in Biel zum Holzbautechniker TS. Heute arbeite ich als Headcoach beim BRC, mache noch kleine Aufträge mit meiner Firma Holzbauplanung Blaser AG. Den Holzbaubetrieb Daniel Blaser AG hatte ich nach 20- jähriger Führung im Sommer 2018 an meinen Nachfolger Holzbau Roy Hänggi AG übergeben und die Daniel Blaser AG in die Rudersport Blaser AG umbenannt. Zudem arbeite ich seit 16 Jahren in einem kleinen Pensum für die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung als externen Schadenschätzer im Bereich Wasser, Elementar und Feuerschäden. 

Wie kam es dazu, dass Du zum BRC gekommen bist?

Angefangen mit Rudern hatte ich 1986 bei unseren Kollegen bei Blauweiss Basel. In den 90-er Jahren ruderte ich für Morges auf dem Genfersee in Verbindung mit einem Sprachaufenthalt. In dieser Zeit durfte ich auch an der Junioren- und U23 Weltmeisterschaft Teilnehmen für den schweizerischen Ruderverband. Von 1993 bis 2010 war ich ziemlich weit weg vom Rudern und kümmerte mich vor allem um Familie, Weiterbildung, Militärdienste und meine beiden Firmen. Das Rudern hat mich aber nie losgelassen, es ist ein Sport welchen man immer liebt und deshalb kam für mich die Anfrage vom Masterachter des BRC gerade richtig. Ich wurde 2010 Aktivmitglied im BRC und ruderte dann einige Jahre mit meinen Master- Kollegen zu welchen ich immer noch guten Kontakt habe. Schliesslich viel unser Achter langsam auseinander, einige unserer älteren Semester hörten mit Regattarudern auf und mein Rücken machte bei hohen Belastungen auch nicht mehr richtig mit. Da mein Sohn Lionel auch ruderte begann ich 2014 im ehrenamtlichen Trainierteam mit coachen von Junioren. Bald merkte ich dass mir das liegt und ich es gerne mache. Nach einem Abstecher von drei Jahren als Profitrainer beim Seeclub Zürich kehrte ich dann letzten Oktober zum BRC zurück und Arbeite jetzt als Headcoach.

Bist Du gut bei uns im Verein angekommen?

Ja, das bin ich. Ich kenne den Basler Ruderclub schon lange und habe mich gefreut dass ich wieder zurückkommen konnte. Ich bin gut aufgenommen worden von den AthletenInnen und von dem Vorstand. Wir hatten einen guten Start und die Zusammenarbeit macht mir Spass. Ich spüre auch dass der Vorstand und Ruderausschuss gut harmoniert.

Welche Trainerstationen gab es für Dich bisher?

Von 2014 bis 2017 war ich Trainer im Basler Ruderclub, trainierte dort vorwiegend die Junioren und Juniorinnen. Als Highlight durfte ich im Jahr 2016 Jan Nelis und Wiebe Veenstra als Trainer an die Junioren Weltmeisterschaft begleiten, welche in Rotterdam stattfand. Im Sommer 2017 fing ich dann als Profitrainer beim Seeclub Zürich an in einem 40% Pensum. Ab Sommer 2018 wurde mein Pensum beim Seeclub auf 80% aufgestockt und ich konnte dort das ganze Team zusammen mit meinem Trainerkollegen Alexander Ruckstuhl trainieren. Schliesslich bot sich mir die Möglichkeit an wieder in den BRC zurückzukommen. Dieses Angebot nahm ich gerne an und seit Oktober 2020 bin ich wieder in Basel.  

Was macht Dir am Trainerjob Spaß?

Eigentlich fast alles. Vor allem die Zusammenarbeit mit jungen Leuten gefällt mir gut, ich habe ein gutes Gefühl wenn ich Ihnen helfen kann und ich sehe dass Sie zufrieden sind. Vor allem in dem motivierten Team welches wir hier haben. Auch muss ich erwähnen dass mein Arbeitsplatz auf dem Wasser alleine im Motorboot ein Privileg ist. Ich freue mich auch immer auf die Trainingslager, welche draussen in der Natur an den schönsten Seen und schönsten Langlaufgebieten stattfinden.

Wie würdest du Dich selbst als Trainer beschreiben? Worauf legst Du besonders Wert?

Ich sehe mich als Helfer, ich unterstütze meine AthletenInnen, damit Sie Ihre Ziele erreichen können. Mein «Bauchgefühl» ist gut und ich bin eher Instinkttrainer als ein Trainer welcher nach einem Lehrbuch arbeitet. Durch meine Erfahrungen im Rudersport und als Geschäftsführer bin ich mich gewohnt gut zu organisieren und ein Team zu führen. Ebenfalls bin ich ehrgeizig und plane alles bis ins Detail. Ich lege auch Wert auf eine faire Behandlung aller Trainierenden und kümmere mich auch um die schwächeren. Ein langfristiger Erfolg der AthletenInnen ist mir wichtig, darum lege ich grossen Wert auf das Ausdauertraining.

Welche Ziele hast Du als Trainer beim BRC?

Mein Ziel ist eine grosse und erfolgreiche Trainingsgruppe zu haben. Ich möchte den jungen Leuten eine gute Zeit und eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung im BRC bieten. Aus dieser grossen Gruppe werden sich einige starke RudererInnen herauskristallisieren welche ich individuell fördern werde. Natürlich möchte ich auch möglichst viele Medaillen an den Regatten holen, für das trainieren unsere Fleissigsten auch hart. Mittel- und Langfristig habe ich hohe Ziele, ich möchte AthletenInnen an internationale Wettkämpfe bringen und träume davon einmal einen RudererInn an die olympischen Spiele zu bringen.

Wie stark beeinträchtigt Dich Corona bei Deiner Arbeit aktuell und kannst Du der Situation vielleicht auch etwas positives abgewinnen.

Sicher eine schwierige Zeit. Ich denke es wird langsam besser werden, die ersten Impfungen sind angelaufen. Wir trainieren so viel wie möglich, aber unter erschwerten Bedingungen. Wir dürfen momentan nicht in einem Innenraum trainieren, somit werden alle Trainings draussen organisiert, sogar Krafttraining und Ergometertraining. Wir haben schon Krafttraining unter Schneefall gemacht und müssen die Ergometer manchmal mit Blachen abdecken wegen dem Regen. Ebenso wissen wir noch nicht wann die Regattensaison startet, dies vermittelt Ungewissheit. Auch unsere drei Achter, welche ich im Herbst gebildet hatte, dürfen leider auch nicht mehr gerudert werden.

Positiv in dieser Zeit ist, dass wir den Jugendlichen im BRC einen Ort bieten können, wo sie ihre KollegenInnen sehen können, sich an der frischen Luft bewegen können, ebenso kommen sie wieder einmal aus dem eigenen Haus und können hier in einer andern Umgebung sein. Zum Glück sind die AthletenInnen bis jetzt selten krank gewesen, Mundschutz und Distanzregeln sei Dank!

Wir freuen uns, wenn wir bald wieder normal trainieren können und alle Regatten stattfinden.

Marcus Schug